Yongnuo YN-560III

Blitz_aufsteckblitz-grossDas in diesem Beitrag vorgestellte Blitzgerät Yongnuo YN-560III ist laut meiner Definition kein Systemblitz. Einen Systemblitz zeichnet aus, dass er mit einem System, also zum Beispiel Canon, oder Nikon vollständig kommunizieren, und die von der Kamera berechneten Werte übernehmen kann. Dieses System nennt sich bei Canon eTTL, und bei Nikon iTTL. Der YN560III von Yongnuo ist also kein TTL-, beziehungsweise iTTL-fähiger Aufsteckblitz. Die Werte wie Blitzleistung, oder Zoomfaktor des Reflektors müssen also manuell eingestellt werden. Dies ist jedoch nicht unbedingt ein Nachteil, denn oftmals wollen wir ja nicht nur blitzen damit es etwas heller wird, sondern wie es der Begriff der Fotografie bereits impliziert mit Licht, und auch Schatten malen. Dadurch dass das Blitzgerät keine der beiden TTL-Sprachen können muss kann dieser auch systemunabhängig genutzt werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Blitz sowohl mit Canon, als auch mit Nikon kompatibel ist. Doch wenn man ehrlich ist, wird ein manuelles Blitzgerät heutzutage hauptsächlich losgelöst von der Kamera, also entfesselt genutzt. Dafür bietet er diverse Modi, und Auslösemöglichkeiten. Will man den Aufsteckblitz nun drahtlos entfesselt von der Kamera zünden stehen einem die folgenden Modi zur Verfügung:

YN-560III

* YN-560III

S1:    der Blitz löst aus, sobald er einen anderen Blitz registriert
S2:    der Blitz löst wie im Modus S1 aus, sobald er einen anderen Blitz registriert, jedoch ignoriert er einen vorgelagerten Blitz, wie er beispielsweise von einem TTL-fähigen Blitz vor der eigentlichen Auslösung ausgesendet wird
RX:    im Modus RX reagiert der Blitz auf das Signal der Yongnuo eigenen Funkauslöser. Die Auslösung ist zum Beispiel mit dem RF-602, dem RF-603 II, oder dem Commander YN560TX möglich. Der entsprechende Empfänger ist bereits im Blitz eingebaut und muss nur noch richtig eingestellt werden. Leider reagiert der Blitz jedoch nicht auf ein Signal der 622er-Serie von Yongnuo, die eigentlich für TTL-Blitze gedacht ist. Eine Steuerung mit dem Steuergerät YN-560TX bietet noch weitere Vorteile. So ist es möglich den Blitz per Funk nahezu vollständig zu steuern. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Leistung und auch der Zoom des Reflektors mit dessen Hilfe eingestellt werden kann. Dies erspart einem in bestimmten Situationen durchaus fummelige Einstellarbeiten beispielsweise, wenn sich der Kompaktblitz in einer Softbox befindet, oder recht weit oben positioniert, und somit schlecht zu erreichen ist.

Leistung

Der Yongnuo YN-560III ist einer der stärkeren Vertreter der Aufsteckblitze. Mit einer Leitzahl von 58 braucht er sich nicht zu verstecken. Er lässt sich in einem Bereich von 1/128 bis 1/1 in 1/4-Stufen sehr fein und schnell einstellen.

Ausstattung

Das Blitzgerät Yongnuo YN-560III ist für seinen Preis tatsächlich auch gut ausgestattet. Der Blitz verfügt neben der Möglichkeit den Reflektor zu zoomen auch die Fähigkeit den gesamten Blitzkopf zu drehen und in der Neigung zu verstellen. Der Zoombereich des Reflektors beginnt bei 28mm und endet bei 105mm. Außerdem bietet der Blitz im oberen Bereich sowohl eine integrierte ausklappbare Streuscheibe, wie auch eine kleine Bouncecard. Ein AF-Hilfslicht sucht man beim YN560III leider vergeblich. Die Aktivierung dessen müsste über eine TTL-Steuerung erfolgen, welche dieser jedoch nicht besitzt. Es handelt sich eben um einen manuellen Blitz. Dies dürfte für die meisten Anwendungsbereiche dieses Blitzes jedoch nicht relevant sein, da dieser meist entfesselt und in kontrollierten Lichtsituationen Verwendung finden wird.

Des weitern verfügt der Blitz über über eine Stroboskop-Funktion, die es möglich macht den Blitz so einzustellen, dass dieser eine Reihe von Blitzen mit einer vorher festgelegten Anzahl und Frequenz aussendet.Hiermit sind beispielsweise Mehrfachbelichtungen von schnellen Ereignissen auf nur einem Bild erstellt werden.

eneloop AA-Akkus

* eneloop AA-Akkus

Der Aufsteckblitz verfügt auch über eine PC-Sync-Buchse welche den Anschluss eines Blitzkabels, oder eines nicht von Yongnuo stammenden Funkauslösers ermöglicht. Hinter der selben Klappe findet sich auch eine Schnittstelle zum Anschluss eines externen Akkupack. Wie in dieser Klasse der Blitze üblich, wird auch der YN560III standardmäßig von vier AA-Akkus mit Energie versorgt. Die Zeiten bis der Blitz wieder Bereitschaft anzeigt ist bei einem zuvor mit 1/1 Leistung ausgelösten Blitzes mit ca. 2-3 Sekunden vollkommen in Ordnung. Je weniger Blitzleistung man fordert, desto schneller ist das Blitzgerät auch wieder bereit. Empfehlenswert sind im Fotobereich auf jeden Fall die Akkus Marke eneloop. Etwas verwirrend ist die visuelle Bereitschaftsanzeige des Blitzes. Leuchtet es am Blitz rot, dann ist der Blitz bereit, leuchtet das Licht jedoch grün, ist er noch nicht bereit. Sieht man nicht direkt auf die Anzeige des Blitzes, ist es durchaus hilfreich auch die akustische Meldung zu aktivieren. Sobald das Blitzgerät wieder bereit für den nächsten „Schuss“ ist, ertönt ein kurzes Pfeifen. Dies ist vor Allem auch dann sinnvoll, wenn man mehr als einen Blitz im Einsatz hat.

Der absolute Vorteil, den dieser Blitz bietet, ist der integrierte Funkempfänger. So spart man sich nicht nur ein zusätzliches Teil in der Fototasche, sondern auch noch die zusätzlichen Akkus. Nicht vergessen sollte man auf jeden Fall auch, dass Yongnuo für eben den YN-560III und seinen Nachfolger den YN-560IV einen Funkauslöser auf den Markt gebracht hat, der aus der Ferne sowohl die Blitzleistung, als auch die Reflektorstellung steuern kann.

Was dem Blitz fehlt, ist in bestimmten Situationen die Möglichkeit TTL-Befehle zu empfangen. Das sollte man jedoch wissen, wenn man sich generell für einen manuellen Blitz entscheidet. Einen Schutz gegen Überhitzung bietet er leider auch nicht. Hier heißt es also vorsichtig sein, wenn man den Blitz häufig unter Vollast nutzt. Im normalen Betrieb mit etwas gedrosselter Liestung sollten sich hier aber keine Probleme ergeben.

Qualität und Lieferumfang des Yongnuo YN-560III

Die Haptik des Yongnuo 560 III hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Deutlich besser als man es bei einem Blitzgerät dieser Preisklasse vermuten würde. Auch der drehbare Reflektor und die Abdeckung des Akkufaches wirken positiv.

Zum Lieferumfang gehören der Yongnuo YN-560III selbst, ein Standfuß mit Stativgewinde, und eine gepolsterte Tasche, die den Blitz bei einem Transport vor Kratzern und kleineren Stößen schützt. Die Bedienungsanleitung liegt für gewöhnlich leider nur in englisch und chinesisch bei.

FAZIT:

Ist man damit zufrieden einen manuellen Blitz in Händen zu halten, handelt es sich bei diesem Blitzgerät um eine echte Kaufempfehlung! Sucht man eher einen vollautomatischen Blitz, kann man für Nikon bedenkenlos auch zu der günstigen Alternative zum Nikon SB-700 dem Yongnuo-YN-565EX greifen. Beide haben jedoch keinen integrierten Funkempfänger, den man durchaus zu schätzen lernt, wenn man eine Weile damit arbeitet. Auch die Alternativen für die Besitzer von Canon-Kameras müssen auf integrierte Funkempfänger verzichten. Für Canon-Nutzer bieten sich im Bereich der bezahlbaren eTTL-fähigen Blitze der Canon 430EX II und der Yongnuo YN-568EX II an.

YN-560IV

* YN560IV

Aus der 560er Blitz Serie von Yongnuo sind auf dem deutschen Markt derzeit zwei weitere Versionen erhältlich. Zum einen der Vorgänger Yongnuo YN-560 II*Yongnuo YN-560 IV* der außer den genannten Features zusätzlich eine abgespeckte Version des Funksenders YN-560TX eingebaut hat.

 

 

 

 

 

 

Yongnuo YN 560 III - technische Daten

technische DatenAngaben
Leitzahl58
Zoombereich
24-105 mm
mit Streuscheibe
vertikaler Rotationswinkel-7 bis +90 Grad
horizontaler Rotationswinkel-180 bis +90 Grad
Gesamt 270 Grad
Farbtemperatur5600 K
Blitzzeit1/200 - 1/20.000s
Ladezeit bei vollen Akkusca. 3 Sekunden
Regelbereich1/128 - 1/1
Blitzmodimanuell, Multi, S1, S2, RX
eTTLNEIN

Yongnuo YN 560 III

Yongnuo YN 560 III
7.6

Leitzahl

8/10

    Bedienung

    8/10

      Verstellmöglichkeiten

      6/10

        Verarbeitung

        8/10

          Preis / Leistung

          8/10

            Pros

            • Hohe Leitzahl
            • Funkempfänger integriert
            • einfache Bedienung
            • Preis / Leistung

            Cons

            • kein TTL
            • offiziell keine deutsche Bedienungsanleitung
            • kein AF-Hilfslicht